Geschichte der Wiltzer Gerbereien

Das Gebäude des Hotel-Restaurants "Aux Tanneries de Wiltz" ist ein zentrales Element des kulturellen Erbes der Stadt Wiltz und des Nordens des Großherzogtums. 1735 in der österreichischen Zeit erbaut, wurde das Gebäude anschließend fast 200 Jahren lang für die Lederherstellung genutzt. Die Lederarbeiten in den Werkstätten entlang des Flusses Wiltz datieren zurück bis ins 16. Jahrhundert.

1868 zählte die Stadt 28 Gerbereien, von denen zwei bis zur zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts überlebten. Nach dem Ersten Weltkrieg stellten die meisten kleinen Fabriken die Produktion ein und das Gebäude des heutigen Hotels, das zuerst in eine LKW-Garage umgewandelt wurde, wurde anschließend nach und nach aufgegeben.

Heute ist all das Geschichte. Wiltz hat sich in anderen Sektoren entwickelt, insbesondere im tertiären Sektor und der Kultur. Die Bevölkerung bewahrt jedoch die Erinnerung an ihre Vorfahren, um an die harten Bedingungen zu denken, denen sie in ihrer täglichen Arbeit ausgesetzt waren, und auch, um ihrer Opposition gegen die Besatzer während des Zweiten Weltkriegs zu gedenken.

1994 unternahm der aus Wiltz stammende Henri Roemer ein ehrgeiziges Renovierungsprojekt, um das Potenzial und die Seele dieses alten Gebäudes zu neuem Leben zu erwecken. Der Architekt hat das äußere Erscheinungsbild der alten zerstörten Gebäude beibehalten, um ein harmonisches Ganzes mit Blick auf den Fluss zu schaffen, das sich um das wahre Herz des Hotels dreht: das Restaurant. Hier finden wir den ganzen Charme der alten Gerberei mit ihren gewölbten Decken und Steingemäuern.

Im Jahr 2009 wurde das Hotel um einen Anbau erweitert, der die Hotelkapazität erhöht und modernen Service und Gastfreundschaft bietet. Ein Indoorpool, eine Sauna und ein Hamam sowie ein Fitnessraum und ein Ruhebereich runden das Angebot für die anspruchsvollen Gäste ab.

Nach 26 Jahren Arbeit gibt Henri die Fackel an seinen Sohn Charles weiter, der mit diesem Projekt aufgewachsen ist und das Bewusstsein für die Notwendigkeit teilt, dieses Herzstück des lokalen Erbes zu bewahren und weiterzuentwickeln.

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